Die erste Gemeindevertretersitzung des neuen Jahres war vorsorglich vom 3. auf den 10. Januar verschoben worden, da lange vorher bekannt war, daß nicht alle Abgeordneten zum regulären Sitzungstermin am ersten Donnerstag des Monats anwesend sein werden.

Teils entschuldigt, teils unentschuldigt fehlte dann doch eine ganze Fraktion - schade eigentlich, aber gut für den Zeitplan. Der Bürgermeister gab eine Vielzahl an Informationen und es stand jede Menge Zeit für die Bürgerfragestunde zur Verfügung.

Der Bürgermeister informierte u.a., dass die Helldorff-Erben das Ultimatum eingehalten und einen hinsichtlich Ausführungsqualität akzeptablen Erschließungsplan für das ehemalige KIM-Gelände vorgelegt haben. In Detailfragen, z. B. bezüglich der Streckenführung der durchgehenden Straße, gibt es wohl noch Unstimmigkeiten, aber man glaubt, diese alsbald einvernehmlich beheben zu können. Das endlose Hick-Hack um die Wiederherstellung der direkten Verbindung Mehrow-Trappenfelde dürfte damit hoffentlich bald ein Ende haben. Der Bürgermeister, Arno Lüdke, hofft, dass die Straße Ende März wieder frei ist und steht tatsächlich unter reichlich Druck, da inzwischen (bildlich gesprochen) mit jeder Menge Kröten nach ihm geworfen wird.

Die Situation ist (wenn das in der Zuschauerreihe richtig wahrgenommen wurde) so, dass für das ehemalige KIM-Gelände ein Bebauungsplan existiert, der den "Helldorff-Erben" als Eigentümern der Fläche weitestgehende Freiheiten bei der Nutzung des Geländes einräumt, sie dafür aber zur Erschließung, einschließlich Straßenbau verpflichtet. Um ihnen Gelegenheit zu geben, dies in Ruhe vorzubereiten, hat vor einigen Jahren die Gemeindevertretung beschlossen, die durch das Gelände führende Straße bis zum Abschluss der Verhandlungen zu sperren.

Seitdem hat sich nicht viel getan und die Gemeinde hat jedes Jahr, insbesondere im Winter, jede Menge Stress und Kostenaufwand, um den sogenannten "Walzenweg" von Mehrow nach Trappenfelde um das KIM-Gelände herum befahrbar zu halten. Und kaum sind die Schlaglöcher ausgefüllt, melden sich die Krötenschützer und bemängeln fehlende Deckungsmöglichkeiten für ihre Lieblinge ...

Für die Gemeinde gibt es nur die Möglichkeiten, entweder zu drängeln, zu bitten und zu betteln, dass die Helldorff-Erben einen brauchbaren Erschließungsplan vorlegen und die kurzfristige Umsetzung garantieren (was eine freie Durchfahrt durch das KIM-Gelände ermöglichen und den Walzenweg überflüssig machen würde) oder den Vertrag zu kündigen und die Straßensperre aufzuheben, was zwar eventuell den Helldorff-Erben die Bebauungsmöglichkeiten einschränken, aber der Gemeinde die Straßenbau- und -erhaltungskosten bescheren würde.

Keine einfache Entscheidung für die Gemeindevertretung, zumal Pokern schon deshalb riskant ist, weil "Disneyland"- und andere Projekte der Helldorff-Erben längst in der Witzkiste verschwunden sind und eigentlich nur noch "normale" Gewerbe- und Wohnbebauung zur Diskussion steht, bei der es aber im Berliner Umland wahrlich keinen Engpass gibt.

Man kann nur hoffen, dass alsbald eine Einigung getroffen und die Durchfahrt durch das KIM-Gelände ermöglicht wird, denn inzwischen gibt es Ärger seitens der Frösche und Kröten: Die haben in all den Jahren nicht begriffen, dass die gesperrte Straße durch das KIM-Gelände gefahrlos zu überqueren ist, während der Walzenweg durchaus die Gefahr birgt, "unter die Räder zu kommen". Darum haben sich in den vergangenen Jahren auch immer wieder Leute gefunden, die entlang des Walzenweges Krötenzäune gespannt, Eimer eingebuddelt und hungrige oder liebestolle Amphibien über die Straße getragen haben. Das ist ein wirklich anerkennenswertes Engagement mit beachtlicher Statistik.

Lächerlich wird es eigentlich erst, wenn bei der Gemeinde und Amtsverwaltung (und jeder Menge Behörden in Kopie) Schreiben des NaBu eingehen, in denen gefordert wird, den Walzenweg zu sperren, um den Amphibien ein gefahrloses Überqueren zu ermöglichen. Für die wenigen Nutzer der Straße wäre der resultierende Umweg durchaus akzeptabel.

Jetzt mal abgesehen davon, dass bei "wenigen Nutzern" der Straße auch die Gefahr für Frösche und Kröten gering und Sperrmaßnahmen überflüssig wären: Die Verfasser solcher Schreiben haben sicher keine Schulkinder, die auf den Schulbus Trappenfelde-Mehrow angewiesen sind und scheinen auch nicht zu wissen, dass die einzige theoretische Umfahrungsmöglichkeit, der Hönower Weg zwischen Gut Trappenfelde und Altlandsberger Weg, praktisch nicht benutzbar ist und eine permanente Belästigung der Anwohner darstellt (im Zweifelfelsfalle bitte bei Familie Schenk nachfragen).

Lassen wir also mal "die Kirche im Dorf" und "die Kröte im Eimer" - es gibt wohl niemanden, der sich mehr dafür einsetzt, dass der Walzenweg so schnell als möglich nur noch Fröschen, Kröten und sonstigen 2-, 3- und 4-Beinern zur Verfügung steht, als den Bürgermeister mit "seinen" Gemeindevertretern. Vielleicht sollte sich der NaBu mal an die Helldorff-Erben als derzeitige Verhinderer einer solchen Variante wenden ?!

BTW: Falls sich einer der Angesprochenen durch dieses Situationsbericht "getreten" fühlt; bitte nicht beim Bürgermeister, Amtsdirektor oder bei Frau Künast beschweren, sondern eine eMail an den Verfasser
(Benedikt Eckelt) schicken: webmaster@mehrow.de

Weitere Themen auf der Gemeindevertretersitzung waren der sog. "Bürgerentscheid" zur Gemeindegebietsreform (bei dem es eigentlich gar nichts zu entscheiden gab) und die Beräumung von Dreckecken im Dorf.

Aus den Zuschauerreihen kam von verschiedenen Plätzen der Wunsch und die Aufforderung, alsbald und spätestens bis zur 675-Jahr-Feier einige der Dreckecken im Dorf verschwinden zu lassen. Ganz konkret wurde da die Fläche zwischen dem "Schloaa" (= Gutshaus, Kulturhaus, Gemeindehaus, ...) und der "Schloaamühle" angesprochen, die jetzt, nach Rekonstruktion der Friedhofsmauer und Fällen einiger Bäume besonders ins Blickfeld rückt.

Mit den derzeit angestellten ABM-Kräften, die bei dieser Witterung eh' in ihrer Einsetzbarkeit beschränkt sind, wäre das realisierbar. Hier ist nur rasche Planung und Einsatzvorbereitung gefragt - Werner Hauswald steht als Berater (und bekannter Zupacker) zur Verfügung - Bürgermeister (und Gemeindevertretung) übernehmen Sie !

Der Bürgermeister informierte auf der Sitzung außerdem, dass die "Milchwirtschaft Blumberg", welche die ehemalige Schlossmühle kaufen wollte, von diesem Ansinnen zurückgetreten ist und nur noch Interesse an der Lagerhalle auf dem Mühlengelände zeigt. Damit ist das (Schnecken-) Rennen über die Mühle wieder offen und Mehrow ein Schandfleck über Jahre gesichert ...




Nach langer Zeit hat am 7. Februar mal wieder ein Vertreter der Presse (Herr Schröder von der MOZ) den Weg nach Mehrow gefunden. Aber viel Berichtenswertes hat er hier nicht mitnehmen können, weshalb man in der Wochenendzeitung vergeblich nach "Mehrow" in den Überschriften gesucht hat ... Was waren das doch für Zeiten, als hier in Mehrow bei Gemeindevertretersitzungen noch handfeste Argumente zum Einsatz kamen, wie z. B. 1950 bei Diskussionen um das Angeln im Dorfteich ...

Wie schon bei den vorangegangenen Sitzungen fehlte eine Fraktion komplett und damit der Zündstoff für Diskussionen wie die oben erwähnte. Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete deshalb wieder die Bürgermeister-Information. Herr Lüdke gab u.a. folgende Infos:

Die Aufregung um die Abfallentsorgung in Ahrensfelde, wo künftig nicht mehr die billige BSR Müll abfahren darf, betrifft uns nicht [da wir eh' schon die teurere Variante nutzen ...]

Von Herrn Möser als Vertreter der Wohnanlage an der Laake ist bei der Gemeinde angefragt worden, ob und wie diese bei der Sicherung bzw. Entfernung altersschwacher Bäume am Wasser tätig zu werden gedenkt. Die Gemeinde sieht sich in der Pflicht und durch Herrn Lüdke sind bereits Absprachen bzgl. der Zufahrt zum See getroffen worden. Fraglich ist nur, ob die im Ort vorhandene Technik (z. B. Fa. Rahlf) ausreicht, um die ggf. zu fällenden Bäume zu bergen. Das soll alsbald bei einem Lokaltermin geklärt werden.

Es besteht seitens der Gemeinde die feste Absicht, sehr kurzfristig zwischen dem Reiterhof Klopsteg und dem Abzweig Robert-Stock-Straße parallel zur Dorfstraße einen Fußweg anzulegen, um den Bürgern einen gefahrlosen Zugang zum Friedhof und eine angenehme Spaziermöglichkeit um den Ort zu bieten. Da die Dorfstraße selbst aber Kreisstraße ist und in die Zuständigkeit von "Strausberg" fällt, kann dies nicht ohne eine ordnungsgemäße Projektierung erfolgen, die jetzt sehr schnell in Auftrag gegeben werden soll.

Für den Hönower Weg in Trappenfelde sind Fördermittel beantragt. Wenn die wieder gestrichen werden, erfolgt die Grunderneuerung aus Haushaltsmitteln.

Des weiteren machte Herr Lüdke darauf aufmerksam, dass Eiche "jetzt schon" im Amtsblatt Reklame für die 627-Jahr-Feier im Juni macht und dass unser Festkomitee da doch mitziehen sollte. Das wird gemacht! Es bleibt aber anzumerken, dass die Eicher mit der Ankündigung ihres Jubiläums nicht sonderlich früh, sondern zwei Jahre zu spät dran sind, denn eigentlich sollte da im Jahre 2000 die 625-Jahr-Feier stattfinden ! Eiche ist eine jener Gemeinden, die 1375 im Landbuch Karl IV erstmals erwähnt wurden - übrigens noch als "Bredereycke".

Der vom Projektanten der Helldorff-Erben vorgelegte Vorentwurf zum Ausbau der Trappenfelder Straße ist (wenn das so richtig in der Zuschauerreihe angekommen ist) angenommen worden. Er sieht u.a. durchgängig einen Ausbau der Straße in 6,20 m Breite vor. Der Projektant informierte im Anschluss jedoch darüber, dass die Autobahn-Bauer die im Zuge der Autobahn-Verbreiterung neu zu errichtende Autobahnunterführung nur eine Breite von 6,00 m ausbauen wollen. Er regte an, dass sich Gemeinde und Amt für eine Verbreiterung auch dieses Straßenabschnittes auf 6,20 m einsetzen.

Der "Knaller" im öffentlichen Teil der Sitzung war die Aufforderung des Naturschutzbundes NaBu zur Bereitstellung von Mitteln zum Schutz wandernder Amphibien. Der Bürgermeister schickte voraus, dass die Einsicht in die Notwendigkeit ihn bewogen hat, doch wieder Mittel für diesen Zweck bereitzustellen. Wohl auch in der Hoffnung, dass dies das letzte Mal ist, da sich das Problem mit der Wiedereröffnung der Trappenfelder Straße hoffentlich erledigt.

Der sanftmütige Gesichtsausdruck des Bürgermeisters und der Gemeindevertreter wich dann aber sehr schnell Zornesfalten, als die gerade beim Amt eingegangene und noch nicht gesichtete Kostenaufstellung auf den Tisch kam. Der NaBu ist ganz offensichtlich der Meinung, daß sein (durchaus anerkennenswertes) Ansinnen, möglichst viele Kröten vor Autoreifen zu schützen, bis ins letzte Detail ausschließlich Angelegenheit der Gemeinde sei. So will der NaBu nicht nur das Geld für das Material, die Kosten für die Aufstellung der Zäune und die Lohnkosten für das Einsammeln und das Über-die-Straße-Tragen der Kröten von der Gemeinde übernommen wissen, sondern auch die Kosten für das Zählen und Erfassen der Kröten inklusive Computer-Archivierung der Daten. Ganz abgesehen davon, daß offensichtlich auch die ganze Organisation und Abrechnung der Gemeinde zufallen sollte - zumindest war dem Schreiben nicht zu entnehmen, daß sich der NaBu dafür zuständig fühlt.

Alles zusammen 5.572,84 Euro (!) - Da übertreibt es der NaBu nun aber wirklich!
Die Gemeindevertreter verständigten sich, die Übernahme von Lohnkosten bis zu einer Höhe von maximal 1.500,- Euro im Jahr zuzustimmen. Damit ließe sich über einen Zeitraum von 9 Monaten (was übrigens sehr, sehr großzügig bemessen ist) ein Sozialhilfeempfänger bezahlen, der bis zu 161 Euro monatlich dazu verdienen darf. Es wurde auch angeboten, jemand zu benennen, der schon einmal diese Tätigkeit ausgeführt hat und vermutlich wieder dazu bereit wäre. Die Gemeindevertreter machten deutlich, dass dieses Angebot eine nicht verhandelbare Höchstgrenze darstellt.

Anmerkung des Verfassers: Die Forderung des NaBu lief letztlich darauf hinaus, dass am Walzenweg täglich zwei Leute mehrere Stunden die Kröten über die Straße geleiten.
Wenn irgendwo im Lande dafür Geld zur Verfügung stünde, dann hätte ich [benedikt@eckelt.de] als Familienvater die Frage, warum nicht statt dessen jemand bezahlt wird, der Kinder über dichtbefahrene Straßen (wie beispielsweise die Ahrensfelder Dorfstraße) geleitet ...

Seitens der wenigen anwesenden Bürger gab es folgende Fragen:

a) Welcher Hebesatz für die Grundsteuer B wird künftig in Mehrow zur Anwendung kommen? (in Mehrow beträgt der 400%, in Ahrensfelde, wo wir bald dazu gehören, jedoch nur 300%).
Dazu wird der Bürgermeister in der nächsten Sitzung Auskunft geben.

b) Wer koordiniert die (sehr lobenswerten) Arbeiten der ABM's im Bereich zwischen Mühle, Kirche und Gutshof ? Der Bürgermeister konnte glaubhaft versichern, dass die Leute gut angeleitet sind und dass in diesem Bereich alles Entbehrliche (Schuppen, Veranda am Gutshaus usw.) verschwindet und dass eventuell Schützenswertes wie die Förderanlagen zwischen Lagerhalle und Mühle unangetastet bleiben.


Nachtrag vom 12. Februar: Heute findet sich nun doch im "Niederbarnim Echo" der MOZ unter dem Titel "Krötenzäune sorgen in Mehrow für viel Ärger" ein Bericht über die o.g. Sitzung der Gemeindevertretung. Der MOZ-Reporter hat offenbar ein paar Tage gebraucht, um die Extremforderungen des NaBu zu verdauen - wer soll ihm das übel nehmen !?



Wie in vorangegangenen Gemeindevertreter-Sitzungen gab es auch am 7. März wegen Fehlens einer kompletten Fraktion und damit Ausbleibens früher üblicher Kontroversen viel Raum für Informationen des Bürgermeisters.

Auf eine in der vorangegangenen Sitzung gestellte Anfrage bzgl. des Hebesatzes der Grundsteuer hat der Bürgermeister vom Amt die Auskunft mitgebracht, dass eher zu erwarten ist, dass Ahrensfelde alsbald auf die in Mehrow üblichen 400% geht (um keine staatlichen Zuschüsse zu verlieren), als dass für Mehrow nach dem Zusammenschluss der bislang niedrigere Ahrensfelder Steuersatz von 300% wirksam wird.
Eine Erklärung dafür könne man sich im Amt holen ... Das ist ärgerlich und in der Art der Begründung ziemlich unbefriedigend!

Für der "neuen" Mehrower Friedhof sind ein paar Veränderungen vorgesehen oder zumindest angedacht:
  • Der Weg zur Trauer"halle" soll gepflastert werden, die Trauer"halle" selbst soll ein Vordach bekommen - offiziell, um auch einer größeren Trauergemeinde gewachsen zu sein, vielleicht aber auch, um die "Halle" von einer Garage unterscheiden zu können

  • Der Friedhof soll an das Wassernetz angeschlossen werden, um die oft nicht funktionsfähige Handpumpe zu erübrigen: Der Wasserverband will den Friedhof kostenfrei anschließen - die Verrohrung auf dem Gelände müsste aber durch die Gemeinde erfolgen. Die Gemeinde ist bereit, dies zu tun und auch die Verbrauchskosten zu tragen.

  • Um den Wasserverbrauch in Grenzen zu halten und explodierenden Kosten durch nachlässig oder böswillig offen gelassene Wasserhähne zu begegnen, ist eine zeitlich beschränkte Wasserbereitstellung angedacht.

  • Da wiederholt nach einer Stelle für anonyme Bestattungen angefragt wurde, ist vorgesehen, eine solche auf dem Mehrower Friedhof einzurichten.

Die Deutsche Bahn reagiert auf Anfragen aus der Bevölkerung und erklärt, dass sich die Arbeiten an der Strecke Ahrensfelde-Tiefensee auf die Verkehrstechnik beschränken und bzgl. des Oberbaus nur eine Wartung erfolgt. Ein vielerorts erhoffter 2-gleisiger Ausbau ist nicht vorgesehen, es wird beim 60-Minuten-Takt bleiben.

Der von Fabian Fehlberg gestellte Abrissantrag für die baufällige Scheune auf dem elterlichen Grundstück Grundstück Dorfstraße 10 a (hinter dem "Schloss") wurde genehmigt.
Bleibt zu hoffen, daß das Abrissvorhaben bald in die Tat umgesetzt wird!

Für das Grundstück Dorfstraße 2-3 (Meißners Hof) wurde der Abriss bzw. Umbau der Scheune genehmigt - ein anderswo im Ort vollzogener Anbau eines Wintergarten wurde hingegen nicht nachträgllich bewilligt und dem "Wintergärtner" droht Bußgeld oder Abriss ...
Nur mal so zur Warnung ...

Etwas Diskussion gab es beim Thema Bäume, Poller, Feldsteine, Zäune und Hecken auf öffentlichem Straßenland. Dabei ging es insbesondere um das Gebiet Blumberger Weg, Wiesenweg, An der Schmiede: Dort haben manche Anlieger wohlwollend Bäume, Hecken und sonstige Pflanzen vor ihre Zäune gesetzt, was in der Mehrheit nicht so richtig stört, aber auch nicht rechtens ist. Störender werden da schon Feldsteine empfunden, die zwar nett aussehen und Anliegers Zaun schützen, aber auf den engen Straßen leicht zum Verkehrshindernis und -risiko werden, zumal sie bei Dunkelheit schwer sichtbar sind.

Als wirklich unverschämt und nicht hinnehmbar wurden von allen Diskutierenden Einfriedungen angesehen, die in das Straßenland hinein ragen und den Verkehrsfluss zu Gunsten eines vergrößerten eigenen Grundstücks einschränken. Bau- und Ordnungsamt wurden aufgefordert, in diesen Fällen auf einem unverzüglichen Rückbau zu drängen.

Die Vertreter des Amtes wurden auch darauf hingewiesen, dass die Gemeinde und damit auch das übergeordnete Amt mit der Übernahme der Baulast für die Straßen im Wohngebiet "Blumberger Weg" gewisse Verpflichtungen übernommen hat und dass sich diese nicht nur auf die gepflasterten Bereiche, sondern auf die gesamte Straßenfläche beziehen - und zwar unabhängig von den Eigentumsverhältnissen.

Zugleich wurde angeregt, die zu erarbeitenden Grundsätze für die Nutzung öffentlichen Verkehrsraumes so abzufassen, dass sie nicht nur für die o.g. Straßen, sondern für den gesamten Ort anwendbar sind.

Beim erfreulicherweise stattgefundenen Abriss verschiedener Schuppen an der Friedhofsmauer ist ein ziemlicher Berg an Abfall zusammengekommen, der offenbar eine magische Anziehungskraft auf jeden ausübt, der noch irgendwelchen Müll in Keller, Hof und Garten hat.
Leute macht schnell mit der Entrümpelung ! Es ist vorgesehen, den Müllhaufen verschwinden zu lassen, und das noch vor unserem Fest Ende Mai !

Alsbald wird der Müllhaufen vermessen (was etwa so sinnvoll ist wie das Vermessen einer Wanderdüne bei Sturm) und eine Ausschreibung bezüglich der Beseitigung des Mülls vorgenommen. Es kann also wirklich passieren, dass der Dreckhaufen in den nächsten Jahren plötzlich verschwunden ist!

Bald verschwinden soll auch die Lücke in der Mauer des Mühlengeländes, die lt. Herrn Rahlf mal bei einer Verfolgungsjagd von Verkehrs-Rowdy und Polizei entstand. Der Milchhof Blumberg hat Steine spendiert und die im Ort tätigen ABM's werden versuchen, diese zu einer Mauer aufzuschichten.

Das gemeindeeigene Haus Dorfstraße 8 (ehemaliger Kindergarten) wird grundlegend rekonstruiert. Die Projektierung ist abgeschlossen und die Baumaßnahmen sollen alsbald beginnen. Der Großteil der Erhaltungs- und Ausbauarbeiten soll im Juni erfolgen, wenn die im Gebäude untergebrachte Arztpraxis Betriebsferien macht.

Auf die Anfrage aus dem Publikum, ob denn irgendwann mal mit einem Radweg von Mehrow nach Ahrensfelde zu rechnen ist, kam vom Bürgermeister die unerwartete und erfreuliche Nachricht, dass dieses Projekt von Listenplatz 23 in der Prioritätenliste des Landkreises auf einen vorderen Listenplatz gerutscht ist und damit eine Verwirklichung noch zu Lebzeiten der Anwesenden denkbar ist.

Der Spielplatz im Ort, der viele Mehrower und Durchreisende anzieht, soll noch bis zur 675-Jahr-Feier überholt und erweitert werden. Der Spielsand soll ausgetauscht werden (was alle 2...3 Jahre vorgeschrieben und längst überfällig ist) und ein neues, zusätzliches Spielgerät soll aufgestellt werden.

Die Fa. Rahlf, die sich um einen Wartungsvertrag für den Spielplatz bemüht, will das neue Spielgerät (dem Vernehmen nach eine Wippe) kostenfrei aufstellen - als Sponsoring an die Gemeinde ...
Auf Herrn Rahlfs besorgte Frage "Komm' ich dann ins Internet?" können wir ihm antworten: "Aber selbstverständlich, Sie sind schon drin!"

Frustriert gab der Bürgermeister bekannt, dass nun bezüglich der Kleingarten-Siedlung an der Straße nach Hönow ein neuer Rechtsstreit ausgebrochen ist. Die Gemeinde will an die Kleingärtner verkaufen und diese wollen auch kaufen. Die Oberfinanzdirektion hat nach langem Hin-und-Her die Einnahmen der Gemeinde zugesprochen. Dagegen hat die BVVG Klage eingereicht. Das heißt, nach 10 Jahren Streit und nachdem alles klar schien, geht es in die nächste Runde. Die bundeseigene [!] Boden-Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft (BVVG) klagt gegen die Bundesrepublik Deutschland ...
Na, da weiß man doch als Steuerzahler wenigstens, wo die Steuergelder bleiben !

Nicht, weil wirklich eine erfreuliche Antwort erwartet wurde, sondern nur, weil es interessant erschien, wie schnell sich die Gesichtsfarbe eines Bürgermeisters ändern kann, wurde aus den Zuschauerreihen [ist ein bisschen übertrieben, aber drei Stühle waren wirklich besetzt!] angefragt, wie es denn um die für Ende März avisierte Öffnung der Trappenfelder Straße durch das ehemalige KIM-Gelände steht.

Die Antwort des Bürgermeisters war nicht sehr erquicklich ("Es ist am Laufen ..., aber wird sich sicher noch etwas hinziehen ..."), aber Farb- und Formenwechsel seines Gesichtes waren grandios - blitzartig zeigten sich neben Zornesröte auch reichlich Zornesfalten.
[siehe Gemeindevertreter-Sitzung vom 10.1.2002]

Eine Zusatzfrage nach der Krötenwanderung am Walzenweg hätte das Fas wohl zum Überlaufen gebracht ... (siehe Gemeindevertreter-Sitzung vom 7.2.2002)




Dass auch bei der Gemeindevertretersitzung am 4.4.2002 eine Fraktion komplett fehlte, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, da dies ja inzwischen Dauerzustand ist. Das hat zwar wieder dazu geführt, dass öffentlicher und nicht-öffentlicher Teil zusammen in einer Stunde abgehandelt waren, aber schade ist es doch, da konträre Meinungen zu verschiedenen Themen nicht nur den Zuschauern etwas mehr Spannung bieten, sondern auch dem Ort durchaus dienlich sein können. Und die Bürger, die den Mitgliedern der scheinbar "abgesprungenen" Fraktion seinerzeit ihre Stimme gegeben haben, fühlen sich vermutlich verschaukelt - und das völlig zu recht: Da wählt man einen Gemeindevertreter und der kommt zu keiner Sitzung mehr, weil er sich auf den Schlips getreten fühlt. Da hätte man sich seinerzeit den Weg zur Wahlurne sparen können.

Anmerkung: Wir benutzen vielfach ziemlich oberflächlich die Bezeichnung "Gemeinderat", obwohl "Gemeindevertretung" korrekt wäre. Heute macht das keinen Unterschied, da es nur eine Vertretung im Ort gibt, und jeder weiß, was gemeint ist. Vor der Wende gab es aber sowohl einen Gemeinderat (bestehend aus einem hauptamtlichen Bürgermeister und ca. drei weiteren Gemeinderatsmitgliedern) und eine Gemeinde- oder Volks-Vertretung mit i.d.R. mehr als zehn Gemeindevertretern. Beide Gremien haben normalerweise getrennte Sitzungen abgehalten, weshalb sich in den im Kreisarchiv befindlichen Gemeindeakten abwechselnd Gemeinderats- und Gemeindevertretungs-Protokolle anfinden.

Das wichtigste Thema kam gleich zum Anfang zur Sprache. Der Bürgermeister informierte (wie bereits zwei Wochen zuvor in der Hauptausschuss-Sitzung), dass es nunmehr ein kostenmäßig akzeptables Angebot für die Verlängerung der Buslinie von Hönow Nord nach Mehrow gibt. Ein vom Kreis mit der Kalkulation beauftragtes privates Unternehmen schätzt die Kosten nur halb so hoch ein, wie die Busgesellschaft (15.000 statt 30.000 Euro jährlich) und da das Land die Hälfte dazu gibt, entfallen auf Mehrow nur noch jährliche Kosten in Höhe von 7.500 Euro, die man sich leisten kann und will.

Letzteres haben die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen. Damit wird ab September die neue Busverbindung Realität sein. Geplant ist werktags eine stündliche (14 * am Tag) und an Wochenenden und Feiertagen eine zweistündige Verbindung (6 * am Tag) von Mehrow über Hönow (U-Bahn) und Birkenstein (S-Bahn) nach Dahlwitz-Hoppegarten. Über den konkreten Takt ist noch zu verhandeln. Gedacht ist daran, im Berufsverkehr den Takt auf 30 Minuten zu verkürzen und dafür über die Mittagszeit auf 120 Minuten zu erweitern - etwa so, wie der Bus derzeit zwischen Hönow und Hönow Nord verkehrt.

Na, da wird sich schon eine vernünftige Lösung finden. Die Bürger sind übrigens aufgerufen, ihre Vorstellungen und Wünsche kund zu geben - das kann man persönlich bei seinem "Gemeindevertreter" tun (wenn dieser einen wirklich vertritt), auf der nächsten Sitzung (2.5.) selbst übernehmen, oder per eMail an webmaster@mehrow.de erledigen.

Außerdem informierte der Bürgermeister über folgende Punkte:
  • Die Kriterien der "freiwilligen" Gemeindefusion sind durch uns eingehalten worden.
    Wir haben alle Belege, Genehmigungen und Anträge fristgerecht eingebracht und können deshalb mit dem "Kopfgeld" von 150 Euro je Einwohner rechnen.
  • Der Generalentwässerungsplan des Wasserverbandes Strausberg/Erkner für 2002-2005 sieht keine neuen Anschlüsse vor. Angeblich sind jetzt 82% der Mehrower Grundstücke an das Abwassernetz angeschlossen und nur am Krummenseer Weg und an der Trappenfelder Straße gibt es noch Grundstücke mit eigener Klärgrube. Es muss also (wenn's richtig verstanden wurde) niemand mit einem kostspieligen Zwangsanschluss rechnen. Es gilt statt dessen das sogenannte "Domino-Prinzip": Wenn jemand einen bereits angeschlossenen Nachbarn hat, kann er sich selbst auch vergleichsweise preiswert anschließen lassen.
  • Der Friedhof bekommt, wie bei der Sitzung am 7.3.2002 angekündigt, alsbald einen Wasseranschluss: Zur Überbrückung wird Herr Berg aber die Pumpe auf dem Friedhof noch einmal reparieren.
  • Der Ausbau des Hönower Weges in Trappenfelde ist genehmigt worden. Es gibt also Fördermittel für den Bau einer ordentlichen Straße.
  • Die Vorbereitungen zur Erhaltung bzw. Renovierung des Hauses Dorfstraße 8 (Arztpraxis) laufen planmäßig.
  • Die Projektierung eines Fußweges vom Reiterhof Klopsteg (Gabelung Dorfstraße / Straße am Dorfteich am südlichen Ende des Dorfes) bis zur Robert-Stock-Straße ist wie angekündigt in Auftrag gegeben worden. Damit wird es dann hoffentlich bald die Möglichkeit geben, trockenen und halbwegs sicheren Fußes das Dorf zu umwandern ...


In der Bürgerfragestunde kamen folgende Probleme zur Sprache:

1. Straßenwinterdienst
Ein Bürger beanstandete, daß der Straßenwinterdienst in der letzten Saison mangelhaft gewesen sei. Andere sahen das nicht so und verwiesen darauf, dass die ausführende Firma bei konkreten und kurzfristigen Reklamationen immer sofort Abhilfe geschaffen hat. Seitens des Bürgermeisters wurde deshalb appelliert, künftig ausbleibende oder mangelhafte Leistungen des Straßenwinterdienstes unverzüglich zu reklamieren, statt Monate später ein pauschales Urteil abzugeben.

2. Straße Mehrow - Trappenfelde
Wenn man dem Bürgermeister mal eine Spitze geben und ihn an seiner empfindlichsten Stelle treffen will, empfiehlt sich immer wieder die Frage bzgl. der Straße nach Trappenfelde. Genervte Antwort diesmal: Ja, das Ultimatum "Ende März" ist verstrichen, aber auf Seiten der Helldorf-Erben rührt sich was - Es gibt ein Projekt und der Erschließungsvertrag ist in Arbeit. 

Nächstes Ultimatum: Vorlage eines unterschriftsreifen Erschließungsvertrages bis zum 30. Juni diesen Jahres. Na, da gibt's bestimmt noch ein paar Stufen auf der bürokratischen Leiter, die man mit einem Ultimatum versehen kann ...
Nach dem Wohlbefinden der Kröten am Walzenweg hat sich übrigens hinterher keiner mehr getraut zu fragen (siehe Sitzung vom 7.2.2002).

3. Baumschnitt
Ein Bürger hat darauf hingewiesen, daß ein Baum vor seinem Grundstück am Krummenseer Weg unterhöhlt sei und umgehend gefällt werden müßte. Seitens der Gemeindevertreter wurde darauf verwiesen, daß dies nicht so einfach möglich wäre. Es gäbe regelmäßige Baumschauen, auf denen über Fortbestand oder Fällung entschieden würde. Das im Entscheidungsspielraum der Gemeinde liegende Fällen wegen "Gefahr in Verzug" sei in der Vergangenheit schon ziemlich strapaziert worden. Aus der Zuschauerreihe kam auch die Bitte und Empfehlung, mit Baumfällungen sehr zurückhaltend umzugehen, zumal die o.g. Straße mittlerweile die einzige im Ortsbereich ist, die beiderseits noch einen halbwegs lückenlosen alten Baumbestand aufweist.


Bei dieser Gelegenheit wurde von einem Gast darauf verwiesen, dass der vor ca. 2 Wochen gefällte Baum vor der Dorfstraße 17 (Bree) zumindest für einen Laien an den Schnittsellen keinesfalls so krank aussieht, als dass er hätte gefällt werden müssen.

Es wäre wünschenswert, dass neben der angeblich so peniblen Auswahl zu fällender Bäume auch hinterher eine Kontrolle der gefällten Bäume stattfindet, um zu sehen, ob die Säge auch am richtigen Stamm angesetzt wurde. Es gab auch schon Ärzte, die das falsche Bein amputiert haben ... Es würde uns freuen, wenn sich das Bau- und/oder Ordnungsamt der Sache annehmen und dem Straßenbauamt auf die Finger schauen würde...


4. Schrottauto am Dorfteich
Ein Gemeindevertreter hat beim Bürgermeister angefragt, wann denn endlich das Schrottauto verschwindet, das seit einiger Zeit vor den Garagen in der Straße "Am Dorfteich" steht: Herr Lüdke gab Auskunft, dass er schon vier Mal das Ordnungsamt aufgefordert hat, das Wrack zu beseitigen und dass er dies nun noch einmal tun werde.



2.5.2002: Fehlen einer kompletten Fraktion - nichts Besonderes ...

1. Bericht des Bürgermeisters

Die Buslinie von Hoppegarten nach Hönow wird wie angekündigt im Herbst bis Mehrow verlängert. Vorgesehen ist wochentags ein 1-Stunden- und Sonn- und Feiertags ein 2-Stunden-Takt. Wie oft der Bus verkehrt, ist Vertragsbestandteil und lässt sich nicht verhandeln, die konkreten Fahrzeiten lassen sich aber den Fahrgastwünschen anpassen. Derzeit ist vorgesehen, daß der Bus werktags von 5.29 Uhr bis 21.29 Uhr stündlich von Mehrow nach Hönow verkehrt, wobei der Bürgermeister Arno Lüdke bereits angeregt hat, die Busse um 11.29 Uhr und 12.29 Uhr ausfallen und dafür zusätzlich Busse um 5.59 Uhr und 6.59 Uhr fahren zu lassen. Damit bestünde im morgendlichen Berufsverkehr ein 30-Minuten-Takt.

Unklar ist noch die künftige Busanbindung nach Ahrensfelde. Es gibt Überlegungen, den von Lindenberg über Ahrensfelde nach Eiche fahrenden Bus stündlich verkehren und abwechselnd nach Eiche und Mehrow fahren zu lassen. Das würde werktags einen 2-Stunden-Takt von Mehrow in Richtung Norden bedeuten - durchaus akzeptabel und weit besser als das, was es gegenwärtig gibt. Dabei müssen aber die Nachbargemeinden mitspielen und mit bezahlen ...

Der eingebrachte Entwurf einer Außenbereichssatzung für die Trappenfelder Straße ist von der Landesplanungsgesellschaft abgelehnt worden. Es war vorgesehen, die Bebauung der vorhandenen Hofstellen mit zusätzlichen Wohnhäusern unter strengen Auflagen zu erlauben, aber die Hofzwischenräume unbebaut zu lassen. Der Denkmalschutz will aber, dass dort gar nichts verändert wird. Bei der Versammlung anwesende junge Laute, die dort von der Treuhand ein Grundstück mit der Auflage gekauft haben, dieses binnen zwei Jahren zu bebauen, dürfen dies nun gar nicht, obwohl sie sogar die Mehrkosten für einen Bau im ortsüblichen Fachwerkstil aufbringen wollten.

Befremden hat in diesem Zusammenhang die Tatsache ausgelöst, dass der zuständige Denkmalschützer ohne Ankündigung und Mitteilung an den Bürgermeister durchs Dorf zieht und Gutachten abgibt. Mit solchen Aktionen verkommt Denkmalschutz zum Selbstzweck ...

Bezüglich der Eingliederung von Mehrow nach Ahrensfelde wurde eine Vertragsänderung erforderlich - ein reiner Formalismus bezüglich der Frage, wer wann und wie den Vertrag abzeichnen darf. Reine Beamtenbeschäftigung, nichts was den Bürgern wirklich dient ...

Für den Hönower Weg in Trappenfelde gibt's im Rahmen den landwirtschaftlichen Wegebaus 172 tausend Euro. Prima.
(Nur mal so nebenbei bemerkt: Früher hätte man "172 TDM" geschrieben - jetzt müsste man eigentlich folgerichtig "172 TEuro" schreiben - aber "Teuro" ist zu dicht an der Wahrheit.)

Auch für den vorgesehenen Bolzplatz im Dorfkern sind Fördermittel bewilligt worden.
(Ich weiß nur immer noch nicht, was ein Bolzplatz ist und ob man so was wirklich braucht.)

Die Vorbereitungen zur 675-Jahr-Feier sind in der Endphase - man kann dem Fest gelassen entgegen sehen. (Recht hatte er, der Herr Bürgermeister !)

Es ist ein Kostenvoranschlag für eine neue Trauerhalle auf dem Friedhof abgefordert worden. Das Amt wurde zudem aufgefordert, für die Trauerhalle und für einen eventuellen Neubau eines Gemeindezentrums eine Bauvoranfrage zu stellen.

2. Bürgerfragestunde

Was ist mit dem Müllhaufen neben dem "Schloss" (Dorfstr. 19)?
Bürgermeister: Ist bis 21.5. (Beginn der Festwoche) verschwunden. Auch der Anbau am "Schloss" und die freistehenden Schuppen verschwinden. Lediglich der Kellerersatz am Haus bleibt vorerst.

Wie steht es mit der Straße durch das ehem. KIM-Gelände nach Trappenfelde ?
Bis 30.6. soll Vertragsabschluß mit den Helldorf-Erben erfolgen, andernfalls Rücknahme der ehemals getroffenen Gemeindevertreter-Beschlüsse bzgl. der Straßensperrung.

Weg zum Friedhof ?
Die Projektierung läuft. Ein Grundstückseigentümer muss evtl. an der Straße einen 2m-Streifen abgeben. Das dürfte kein Problem sein, da er dafür 300 qm an der Grundstücks-Rückseite pachten konnte.

Radweg nach Ahrensfelde ?
Die Projektierung läuft, der Radweg soll von Mehrow aus gesehen auf der linken Straßenseite angelegt werden.

3. Beschlussfassungen

Die Gemeindevertretung beschloss unter anderem, eine Bauvoranfrage für drei Einfamilienhäuser in der Straße hinter dem Dorfteich zurückzuziehen, da der Denkmalschutz Bedenken geäußert hat und deshalb ein abschlägiger Bescheid zu erwarten ist.
Mit der Rücknahme der Anfrage sollen nunmehr unnötige Kosten gespart werden.

Anm.: Wo genau was gebaut werden sollte, kam in der Zuhörerrunde nicht an. Insgesamt gab's schon Zustimmung dazu, die Umgebung des Dorfteiches nicht durch eventuell unpassende Bauten zu verschandeln. Toll fand man, wie gut sich die Denkmalschutzbehörde mit der Vergangenheit unseres Ortes auskennt. Die Ablehnung gegenüber Neubauten am Dorfteich wurde damit begründet, daß dort seinerzeit "Pferde getränkt, Wolle gewaschen und Wäsche gebleicht" wurde. Unglaublich, welche Detailkenntnis die Herren und Damen in der Behörde haben! Da fragt man sich doch wirklich, warum sich da noch Leute hinsetzen, um eine Ortschronik zu erstellen!



6.6.2002, Jubiläum: Ein Gemeindevertreter fehlt nun schon genau ein Jahr unentschuldigt - ein anderer aus der gleichen Fraktion fast genau so lange, allerdings immer brav entschuldigt, was wenigstens die Bezüge sichert.

1. Bericht des Bürgermeisters

Bewohner eines Grundstücks am Krummenseer Weg haben vor einigen Monaten den Zustand der Bäume am Straßenrand beanstandet und wegen angeblich drohender Gefahr eine Fällung beantragt. Das Ordnungsamt hat geprüft und befunden, dass die Bäume mit 2/3 Restwandstärke noch eine ausreichende Standsicherheit aufweisen. Gefahr im Verzug ist nicht zu erkennen, trotzdem erfolgt eine regelmäßige Zustandsüberwachung.

Meine Empfehlung in einem solchen Falle: Wer ein schattiges Grundstück kauft, sollte zum Sonne-Schnappen einfach mal einen Spaziergang über die Felder machen, statt der Sonne durch Baumfällungen Zugang zum eigenen Grundstück zu verschaffen.

Die Strausberger Verkehrsgesellschaft hat die eingebrachten Vorschläge zum Fahrplan akzeptiert: morgens im 30-Minuten-Takt, dafür am Vormittag eine längere Pause (siehe Gemeindevertreter-Sitzung vom 2.5.2002)

Die angeregte Umbenennung der Haltestelle von derzeit "Mehrow Kita" in "Mehrow Kirche" muss gesondert beantragt werden. Da wird's aber keine Probleme geben.

2. Bürgerfragestunde

Keine Fragen - es ist ja auch noch nicht Ende Juni. Zu diesen Termin hat die Gemeindevertretung ja eine Klärung der Probleme mit der Straße nach Trappenfelde versprochen. Der Countdown läuft und diesbezügliche Fragen wird es ganz sicher bei der nächsten Sitzung geben.

3. Beschlussfassungen

Die Dorferneuerungsplanung ist angestoßen. Frau Formazin vom gleichnamigen Ingenieurbüro hat dazu erste Vorstellungen vorgetragen. Es wird ein Arbeitskreis gebildet, der das weitere Vorgehen festlegt: als Erstes die Abgrenzung des Geltungsbereiches, denn da taten sich schon bei der Vorstellung des Planungsstandes erste Unstimmigkeiten auf. Dem Arbeitskreis sollen angehören: Herr Bree jun., Herr Rahlf, Herr Lüdke, Herr Hein, Herr Schmidt, Frau Guse.

Herr Fehlberg wünscht übrigens in seinem Entschuldigungsschreiben der Dorferneuerung "endlich nach 10 Jahren" viel Erfolg. Danke!

Im Nachtragshaushalt, der zu beschließen war, wurden diverse Posten hin- und hergeschoben. Die größte Planungsabweichung zeichnet sich bei den Grundstücksverkäufen ab, weshalb da schon mal die geplanten Einnahmen von 200 T€ auf 100 T€ reduziert wurden. Na, wer will schon die Bruchbuden haben, die wir da zu bieten haben ...

Im Haushalt noch nicht berücksichtigt ist die Kopfprämie von zusammen ca. 75 T€, die wir uns durch unseren "freiwilligen" Zusammenschluss mit Ahrensfelde gesichert haben. (Früher gab's für so was nur 30 Silberlinge ...)
Auch der Verkaufserlös des Hauses Dorfstraße 14 ist noch nicht berücksichtigt, da bis zuletzt darum gefochten wurde, ob der Erlös der Gemeinde oder übergeordneten Behörden zusteht. Hier haben wir mal gewonnen, was den Bürgermeister bei der Verkündung der frohen Botschaft stolz strahlen ließ.

Für den geplanten Bau einer neuen Trauerhalle auf dem Mehrower Friedhof liegt eine erste Kostenschätzung vor. Eine abgespeckte Variante der Trauerhalle in Eiche soll ca. 96 T€ kosten - das Original hat wohl 119 T€ gekostet.
(Anm.: das kryptische "T€" wird hier benutzt, da "Tausend Euro" zu lang und "Teuro" zu dicht an der Wahrheit ist.)
Von den Zuhörerbänken regte sich jedoch Unmut bezüglich der geplanten Abspeckung. So spart zwar sicher der Wegfall des kleinen Türmchens auf dem Dach ein paar Euro, aber das ganze Ding sieht dann hinterher auch wieder wie eine Garage aus. Wenn man sich den hübschen Neubau in Eiche ansieht und das bisschen Schmuck wegdenkt, bleibt da nur ein 08/15-Bau übrig. Da sollte man also wirklich noch etwas verhandeln und versuchen, den Preis anderweitig zu drücken. Beim Kauf von zwei Fernsehern gibt es Rabatt - warum nicht auch bei einer zweiten Trauerhalle (oder in diesem Fall sogar der dritten im Amtsbereich) ?

Die Beschlussvorlage, die Projektierung für den Neubau eines Gemeindezentrums an der Feuerwehr auszulösen, kam so nicht durch. Hier hat man sich darauf verständigt, zunächst noch einmal die Varianten
    a) Erhalt und Ausbau des jetzigen Gemeindehauses,
    b) Anbau an die Feuerwehr
    c) separater Neubau
gegeneinander abzuwägen. Der Bürgermeister drängte jedoch im Hinblick auf die bevorstehende Fusion darauf, dies nicht auf die "lange Bank" zu schieben, sondern kurzfristig mit engen Terminstellungen anzugehen. Er verwies auch noch einmal darauf, daß die gesamte Realisierung von der Bereitstellung externer Mittel abhängig ist und die jetzt diskutierte Planung dazu dient, gut gerüstet in den Startlöchern zu stehen, wenn sich solche Finanzierungshilfen abzeichnen.

(Anm.: Insgesamt ein sehr beachtens- und lobenswertes Engagement eines Bürgermeisters, dessen Amtsverlust in einem guten Jahr feststeht und der sich eigentlich bis dahin "auf die faule Haut legen" könnte ...)




Bestimmendes Thema der Gemeindevertretersitzung am 4. Juli 2002 war ein kurz zuvor im Ort verteiltes Flugblatt zweier Gemeindevertreter. Dieses befasste sich mit geplanten und angedachten Baumaßnahmen, wobei ein Grund für die Empörung bei einigen Anwesenden war, dass gerade mal ins Diskussionsstadium gelangte Projekte als längst entschieden dargestellt und verteufelt wurden.

Insbesondere ging es dabei um das künftige Gemeindezentrum. Hier gilt es derzeit, die Vor- und Nachteile folgender Varianten abzuwägen:
  • Beibehaltung und Ausbau des Hauses Dorfstraße 19, wo sich derzeit Gaststätte, Versammlungsraum, Bürgermeisterzimmer und Bibliothek befinden,
  • Anbau eines Mehrzweckraumes mit sanitären Einrichtungen an das Feuerwehrgebäude, dazu Bürgermeisterzimmer und Bibliothek
  • Neubau eines Gemeindezentrums an einem separatem Standort

Der Bürgermeister machte wie in der vorangegangenen Sitzung keinen Hehl daraus, dass er einen Anbau am Feuerwehrdepot favorisiert, da er dafür die günstigsten Unterhalts- und Bewirtschaftungsmöglichkeiten sieht. Und einige der Gemeindevertreter können sich offenbar recht gut mit dem Gedanken anfreunden, da das sanierungsbedürftige Haus Dorfstraße 9 (unser "Schloss" / "Gutshaus" / "Kulturhaus" / "Gemeindehaus") doch einige schwer kalkulierbare Risiken hinsichtlich der Sanierungs- und Unterhaltskosten birgt.

Ja, und wer das als Gemeindevertreter anders sieht, kann und soll seine Meinungen einbringen, diese stichhaltig begründen, mit seinen Kollegen um Mehrheiten ringen und verantwortungsvoll von seinem Stimmrecht Gebrauch machen. Das setzt natürlich voraus, dass man an den Gemeindevertretersitzungen teilnimmt und sich gemäß dem Wählerauftrag an Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen der Gemeindevertretung beteiligt.

Flugblattaktionen sind zwar legitim, sollten aber Bürgern vorbehalten bleiben, die sonst keine Mitsprachemöglichkeiten haben und ihre Interessen in der Gemeindevertretung nicht vertreten sehen - zum Beispiel den Mehrowern, die seinerzeit jene Gemeindevertreter gewählt haben, die sich jetzt schon über ein Jahr aus der Mitarbeit in der Gemeindevertretung heraushalten.

Aber wenigstens einer der Unterzeichner des Flugblattes nimmt ja regelmäßig an den Gemeindevertretersitzungen teil und hält dort auch mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Der arme Kerl musste nun als Prügelknabe herhalten und den Erklärungswünschen seiner Amtskollegen nachkommen. Denn manche Zahl und mancher Fakt sind da nicht ganz korrekt unters Volk gebracht worden.

Die im Flugblatt und in der mündlichen Erläuterung dazu als Geldverschwendungsbeispiel herangezogene wiederholte Sanierung des gemeindeeigenen Hauses Dorfstraße 8 (ehemals Kindergarten, jetzt Arztpraxis) war nun aber wahrlich unglücklich gewählt. Dass es an einem alten, aufwändig sanierten Gebäude nach 10 Jahren wieder was zu reparieren gibt, ist nicht so ungewöhnlich. Und genau das ist ja ein Argument jener, die den Neubau eines Gemeindezentrums der kostspieligen Sanierung des Gutshauses vorziehen.

Wie auf der vorangegangenen Sitzung sind zu jedem der vorgebrachten Vorschläge Pro- und Contra-Punkte vorgetragen worden. Es ist erneut betont worden, dass man sich noch im Variantenvergleich befindet und bisher weder eine Entscheidung getroffen wurde und eine solche auch nicht ohne hinreichende Diskussion und fachliche Beratung ansteht.

Bedauerlich ist an der Flugblattaktion vo rallem, dass darin suggeriert wird, beim (noch gar nicht beschlossenen) Anbau an der Feuerwache würde nicht an die Jugendlichen gedacht und deren Beeinträchtigung billigend in Kauf genommen.
Wer die letzten Gemeindevertretersitzungen besucht hat (was halt leider nicht bei allen Mitwirkenden der Flugblattaktion der Fall war), der weiß, dass sehr ernsthaft darüber diskutiert wurde, wie der durch einen Anbau am Feuerwehrdepot verursachte Flächenverlust auf dem Sportplatz minimiert und kompensiert werden kann.

Dass die Jugendlichen bei dem Projekt nicht übergangen werden sollen, sondern sogar ziemlich im Mittelpunkt stehen, erkennt man daran, dass der angedachte Mehrzweckraum ganz ausdrücklich auch für die Jugendlichen des Ortes vorgesehen ist, und ein Neubau unbedingt Umkleidemöglichkeiten und von außen zugängliche Toiletten- und Waschgelegenheiten enthalten soll. Und wenn Gemeindevertreter dafür plädieren, einen eventuellen Neubau dort zu platzieren, wo sich jetzt schon die Jugendlichen treffen, dann kann man das nicht unbedingt als jugendfeindlich bewerten.

Aber die Polemik im Flugblatt ist es eigentlich nicht wert, Satz für Satz analysiert zu werden. Etwas Positives hat die Aktion jedoch gebracht: Die Jugend beginnt sich einzumischen. (Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn es nicht erst der ungerechtfertigten Stimmungsmache bedurft hätte ....): Zur Gemeindevertretersitzung kamen zwei Mädchen aus dem Ort, um sich sachkundig zu machen und in der Fragestunde ihre Sorgen und Meinungen loszuwerden. Das ist prima und lobenswert, da doch kaum ein Erwachsener im Ort diese Möglichkeit wahrnimmt. Und wenn die Mädels dann durch den Ort ziehen und in eigener Sache Unterschriften sammeln, ist das völlig in Ordnung. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Ideen und Wünsche der Jugendlichen bei der Entscheidungsfindung der Gemeindevertretung eine gewichtige Rolle spielen werden.


Die beiden Mädels und alle anderen Jugendlichen im Ort sind hiermit herzlich eingeladen, ihre Ideen über Standort, Aussehen und Nutzung des künftigen Gemeindezentrums auch hier auf www.mehrow.de vorzustellen. Je mehr sich ernsthaft und engagiert an der Diskussion beteiligen, um so größer ist Chance, dass das Gemeindezentrum den Wünschen und Bedürfnissen einer großen Mehrheit im Ort gerecht wird.
Bitte schickt Eure Bedenken, Meinungen und Vorschläge an webmaster@mehrow.de.

Ach, eins noch zum Flugblatt:
Im Rundumschlag durfte natürlich nicht die in der Projektierung befindliche Trauerhalle fehlen.

Wie im Bericht von der Gemeindevertretersitzung im Juni ausgeführt, soll auf unserem Friedhof eine etwas abgespeckte Variante der gerade in Eiche gebauten Trauerhalle errichtet werden. (siehe Bild)
Die Flugblatt-Verfasser sind jedoch der Meinung, daß man sowas in einem 450-Seelen-Dorf nicht braucht.

Aber Entschuldigung! Auch wenn ich in einem so kleinen Kaff wohne, möchte ich nicht in einem Garagen-ähnlichen 60er-Jahre-Bau die letzte Ruhe antreten! Und wer erwarten kann, dass er beim Ableben noch ein paar Freunde hat, möchte diesen zum Abschiednehmen auch nur ungern die jetzige Trauer"halle" zumuten.

Irgendwie wirkte sich der allgemeine Ärger über Form und Inhalt der Mandatsausübung gewählter Gemeindevertreter lähmend auf die ganze Sitzung aus - so wie es das schon lange nicht mehr gab. Zum Glück war sonst nicht viel Aufregendes zu verhandeln, mal abgesehen von der Problematik Trappenfelder Straße. Da gab's eigentlich ein Ultimatum bzgl. Freigabe und Ausbau-Planung seitens der Helldorf-Erben.

Es ist noch immer nicht alles "in Sack und Tüten", aber Amt und Gemeindevertretung schätzen ein, dass man kurz vor einem tragfähigen Kompromiss ist und in Kürze akzeptable Ausbaupläne vorliegen werden. Nach so vielen Jahren Gerangel wollte man das jetzt nicht wegen ein paar noch fehlenden Formalitäten platzen lassen und hat die Entscheidung über die angedrohte Aufhebung des Bebauungsplanes noch einmal bis zur nächsten Sitzung verschoben.

Na schaun' wir mal - es ist ja leider nicht das erste sanktionslos verstrichene Ultimatum ...
Bald ist wieder Frühjahr und Zeit, die Kröten über den sogenannten Walzenweg zwischen Mehrow und Trappenfelde zu tragen, weil dieser noch immer als Umfahrung für das ehemalige KIM-Gelände herhalten muss.


Unter den Informationen des Bürgermeisters gab es noch eine bedauerliche Mitteilung:
Im Zuge der Projektierung des dringend benötigten Fußweges vom Dorfteich zum Friedhof ist man darauf gestoßen, dass das abzutragende Erdreich derart Schadstoff-belastet ist (vor allem Blei und Cadmium), dass es wie Sondermüll behandelt werden muss. Für die vielleicht 100m Weg entlang der Dorfstraße fallen dadurch Mehrkosten von ca. 250.000 Euro an. Wahnsinn! Obwohl Land und Kreis was davon übernehmen müssen, werden voraussichtlich ca. 75.000 Euro als nicht geplante Mehrausgaben bei uns hängen bleiben.

Und das, wo in diesem Jahr eh schon ziemlich viel aus dem Vermögens- in den Verwaltungshaushalt überführt werden muss, also das Sparbuch geplündert wird. Da ist es wenigstens tröstlich, dass von den eingeplanten Grundstücksverkäufen im Umfang von 100.000 Euro bereits 70% realisiert sind und für den Rest gute Aussichten bestehen.

Wegen der Ferienzeit findet im August keine Gemeindevertretersitzung statt - die nächste öffentliche (!) Sitzung ist am 5. September. Allerdings tagt (ebenfalls öffentlich!) zuvor der Hauptausschuss am 20. August.


Auf den Bericht von der Gemeindevertretersitzung am 4.7.2002 (auf der ein Flugblatt zu geplanten Baumaßnahmen im Ort das bestimmende Thema war) ist die Stellungnahme eines Unterzeichners des Flugblattes eingegangen, die hier ungekürzt und unkommentiert wiedergegeben werden soll:

                                         Mehrow , 10.7.02

Sehr geehrter Herr Eckelt ,

Ihren Eindruck zur Gemeindevertretersitzung am 4.7.02 und deren Inhalte habe ich mit Interesse gelesen .

Mein Eindruck zu Ihrem Bericht über die angedachte Erstellung eines neuen Gemeindezentrums ist der , daß Ihren Darstellungen objektiv Informationsdefizite zugrunde liegen !

Diese wären zu vermeiden gewesen , wenn Sie als mein Nachbar mich auf meine Aktivitäten hin angesprochen hätten . Die Gelegenheit war oft genug gegeben , nicht nur zu diesem Thema !

Eine weitere Gelegenheit sich eingehender mit den Gegenständen der Gemeindevertretersitzungen vertraut zu machen , bietet die Einsicht in deren Unterlagen .

Hätten Sie sich mit der Vorlage des Amtes zur Erstellung eines neuen Gemeindezentrums im Vorfeld der Juni - Sitzung beschäftigt , mit dem Protokoll und dem Beschluß dazu , dann wäre Ihnen im Bericht mit Sicherheit der Fauxpas erspart geblieben . Der Beschluß zum Bau und zum Standort ist mit einer Gegenstimme gefaßt worden und im Amtsblatt veröffentlicht .

Und wenn Sie die Sitzung am 4.7. aufmerksamer verfolgt hätten , müßte Ihnen auch aufgefallen sein , daß es im nichtöffentlichen Teil , schon um den Beschluß zur Vergabe der konkreten Planung am Standort Bolzplatz / Festwiese ging .

Zum Glück ist die Vorlage infolge Verunsicherung der Gemeindevertreter durch Bürgerhandeln zurückgestellt worden .

Es sei mir noch der Hinweis gestattet : Lesen Sie bitte im neuen Amtsblatt im Vertrag zum Zusammenschluß Mehrow / Ahrensfelde im § 5 nach ! Hier ist auf Antrag Mehrows geregelt , daß sowohl der Bolzplatz / Festwiese als auch die Dorfstraße 9 als kommunales Zentrum / Gemeindezentrum erhalten bleiben sollen !!

In dieser Gemeindevertretung , unter der wenig kompetenten Führung des Bürgermeisters , weiß die rechte Hand nicht , was die linke macht .

Also Ihre Blauäugigkeit ist keine gute Basis für öffentliche Äußerungen !

Ich denke auch in Sachen Ärztehaus sind Ihre Anmerkungen nicht angebracht .

Sie hätten im Vorfeld mit der Ärztin , so wie es der Bauausschuß bürgernah im Mai 2001 getan hat , sprechen , noch besser sich die 200000 DM Bauleistung der Ihnen bekannten ortsansässigen Firma ansehen müssen , dann wäre Ihnen auch dieser Fauxpas erspart geblieben .

Die der Gemeindevertretung eigene Konzeptionslosigkeit treibt immer neue Blüten . Ich habe mich lange erfolglos und ohne Unterstützung ( auch Ihre ) dagegen gewehrt . Wenn jetzt die Bürger aufwachen in einer Angelegenheit von zentraler Bedeutung , dann war die Arbeit derer , die angetreten waren , den Wählerauftrag bürgernah , konstruktiv , kritisch und gestalterisch umzusetzen, doch nicht umsonst ! Das entschädigt und macht Mut !

Ich gehe davon aus , daß einer Veröffentlichung meiner Antwort auf Ihren Bericht unter www.mehrow.de nichts im Wege steht !

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolfgang Unger


Zur Frage, was auf der Gemeindevertretersitzung am 6.6.2002 tatsächlich beschlossen wurde,
  1. wie berichtet, eine Abwägung verschiedener Varianten oder
  2. wie oben ausgeführt, der definitive Neubau auf einem bestimmten Standort

sei nur auf das aktuelle Amtsblatt (Ausgabe 07/2002 vom 9. Juli 2002) verwiesen:




Am Freitag, den 12. 7. 2002 ging dann per Mail folgende Ergänzung von Herrn Dr. Unger mit der Bitte um Veröffentlichung ein:

Sehr geehrter Herr Eckelt ,

zu Ihrem Erkenntnisgewinn bzw. die der Bürger sei noch folgende
Beschlussvorlage des Bauamtes zur Sitzung am 4.7.02 angefügt :

Beschluß
Die Gemeinde Mehrow beschließt die Planung für ein Gemeindezentrum an die Ingenieur-Gesellschaft ........ zu vergeben.

Begründung
Das zukünftige Gemeindezentrum wurde in der Juni - Sitzung vorgestellt und beraten, und nochmals im Hauptausschuß diskutiert.
(es sei hinzugefügt , hier wurde nur die Vorplanung zum Standort Bolzplatz / Festwiese vorgestellt)

Finanzielle Auswirkungen
27000 Euro. Mittel sind im Nachtragshaushalt 2002 eingestellt.

Anmerkung: Das ist das Ergebnis intensiver Variantenprüfung, intensiver Diskussion mit der im Hauptausschuß nicht anwesenden , weil auch nicht informierten Bevölkerung !!
Da kam unsere Bürgerinformation gerade noch rechtzeitig, um den geplanten Schwachsinn auf dem Bolzplatz / Festwiese hoffentlich stolpern zu lassen.

Ich bin dafür, das "Zentrum, das Herz Mehrows" zu stärken und nicht zu schwächen. Dazu zähle ich den Erhalt und den Ausbau der Dorfstr. 9 zum kommunalen Zentrum, wie auch im Fusionsvertrag mit Ahrensfelde verankert !

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolfgang Unger


Im Interesse einer ausgewogenen Berichterstattung will ich mir hier mal einen Kommentar zum neuerlichen "Erkenntnisgewinn" erlauben und auf das jüngste Schreiben wie folgt antworten:

Herr Dr. Unger, da ich im Gegensatz zu Ihnen bei der Gemeindevertretersitzung am 4. Juli anwesend war, weiß ich zu berichten, dass der von Ihnen erwähnte Beschluss ausgesetzt wurde und der "Arbeitskreis Dorferneuerung" den Auftrag erhielt, bis zum Hauptausschuss am 20.8. Empfehlungen für die künftige Nutzung des gemeindeeigenen Hauses Dorfstraße 9 als Beschlussgrundlage abzugeben.

Wenn Sie das als Erfolg Ihrer Bürgerinformation auffassen, dann möchte ich darauf hinweisen, dass es auch unter den zu den Sitzungen erscheinenden Gemeindevertretern solche mit eigener Meinung gibt. Und darunter sind sogar welche, die Kompromissfähigkeit besitzen und Willens und in der Lage sind, zu vermitteln und konsensfähige Anträge zu formulieren - Allen voran Herr Dr. Jakobs, dessen Fähigkeit, widerstrebende Meinungen zu einem Konsens zu führen, hier einmal ausdrücklich erwähnt und gelobt werden soll.

Wenn Sie Ihren Amtskollegen die Planung von "Schwachsinn" unterstellen, dann mag sich hier noch einmal jeder seine eigene Meinung dazu bilden. Da sich solche Formulierungen aber nicht mit der von mir angestrebten Form der Berichterstattung auf www.mehrow.de decken, möchte ich Sie jedoch herzlich bitten, künftig zwecks Bürgerinformation wieder auf bewährte Mittel wie Flugblätter und Leserzuschriften zurückzugreifen - oder einfach Ihr Mandat als Gemeindevertreter wahrzunehmen und auf den entsprechenden Sitzungen Ihre Meinung vorzutragen.



Eine Gemeinderatsitzung gab es im August wegen der Sommerferien nicht, aber am 20. August fand die obligatorische Sitzung des Hauptausschusses statt.

Die ist ja eigentlich öffentlich, aber die Gemeindevertreter und die anwesenden Vertreter des Amtes (Amtsdirektor Wollermann und Frau Schaaf) hatten soviel unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu beraten, dass die unermüdlichen Gäste sich eine ganze Stunde (bei verschlossener Gaststätte!) die Zeit vertreiben mussten, bevor sie eingelassen wurden. Das ist nicht gerade eine Motivation, öfter mal solch einer Sitzung beizuwohnen...

Hoffen wir mal, dass die lange Debatte wenigstens in der Sache was bringt - es ging wohl mal wieder um den Dauerbrenner "KIM-Gelände" oder besser, die Freigabe der Trappenfelder Straße durch besagtes Gelände. Bis vor 10 Jahren war dort eine "Hühnerfarm", aber die "Eierei" reißt jetzt noch nicht ab. Stark verkürzt gesagt geht es seit Jahren darum, dass die Gemeinde den Bebauungsplänen der Helldorf-Erben als Eigentümern nur zustimmen will, wenn diese eine durchgehende Nutzung der Trappenfelder Straße ermöglichen. Bis auf die letzten ca. 50 Meter, die auf dem Gelände des ehemaligen Trappenfelder Gutshofes liegen, ist die Straße Gemeindeeigentum - aber wenn die Wieder-Gutsbesitzer die letzten Meter nicht freigeben, nutzt das gar nichts. Eine hervorragende Ausgangsbasis zum Pokern!

Nun geht es seit Jahren hin und her und ein Termin verstreicht nach dem anderen. So viele Ultimaten wie in diesem Fall sind wohl bisher kaum irgendwo konsequenzlos verstrichen.
Nun schaun' wir mal, was die am 5. September anstehende Gemeinderatssitzung an Neuigkeiten liefert. (siehe verschiedene Gemeinderats"protokolle" in unserem "Archiv")

Übrigens: Sollten sich Augenzeugenberichte über die zwischenzeitlich erfolgte Einrichtung eines Betonmischwerkes auf dem KIM-Gelände (für den Ausbau der A10) bewahrheiten, dann wäre das ein echter "Knaller" - da werden auf der einen Seite Bebauungspläne hin- und hergeschoben und auf der anderen Seite vollendete Tatsachen geschaffen ... Aber bisher sind das wie gesagt nur Gerüchte.




Auf der Gemeindevertretersitzung vom 5. September 2002 gab es nicht so furchtbar viel zu berichten ...

Der Bürgermeister unterrichtete aber darüber, dass die Arbeitsgruppe "Dorferneuerung" bei ihrer Klausurtagung die Idee geboren hat, eventuell die Mühle als Gemeindezentrum auszubauen. Das ist noch eine fixe Idee, aber die ist nicht ganz abwegig: Wenn die zwar technisch interessante, aber optisch wenig attraktive Mühle schon aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten werden muss, dann soll sie wenigstens nicht ungenutzt herumstehen ...

Die von der unteren Denkmalschutzbehörde geforderte Unterschutzstellung verschiedener Gebäude im Dorf war dann auch ein (allerdings nur kurz angerissenes) Reizthema - wohl wissend, dass damit nicht viel beeinflusst werden kann, wird die Gemeinde sich gegen die beabsichtigte Unter-Schutz-Stellung der Landarbeiterhäuser Dorfstraße 19/20/22/23 und der ehem. Schlossmühle aussprechen, weil erstgenannte Gebäude danach kaum noch vermarktet und/oder zu vertretbaren Kosten hergerichtet werden können und da die Mühle nicht unbedingt den optischen Eindruck des Dorfes verschönert.



Was gab es Neues auf der Gemeindevertretersitzung am 2. Oktober 2002 ?

Bezüglich des ehemaligen KIM-Geländes leider nichts wirklich Neues - zumindest nichts Erfreuliches. Die Helldorff-Erben pokern. Es geht bekanntermaßen um Freigabe und Ausbau der Straße von Mehrow nach Trappenfelde durch die Erbengemeinschaft im Gegenzug zur Genehmigung der eingereichten Bebauungspläne durch das Amt. Eine endlose Leier, in der das Wort "Ultimatum" längst zur Phrase verkommen ist. Nun ist angeblich mal wieder alles unterschriftsreif und als Vorlage für die nächste Hauptausschuss-Sitzung vorgesehen.

Aber ein paar winzige Kleinigkeiten sind da noch strittig ... Beispielsweise, dass die Gemeinde eine wirklich brauchbare Sicherheit, z.B. in Form einer Bankbürgschaft fordert, die Anwälte der Erben aber nur das Land verpfänden wollen, das aber ganz offensichtlich bei Investoren bei weitem nicht so begehrt ist, wie ursprünglich mal von den Besitzern angenommen und proklamiert wurde.

Da dies entgegen aller Beteuerungen auf der letzten Gemeindevertretersitzung mit Sicherheit noch nicht die letzte Runde war, wollen wir es hier ersteinmal dabei belassen.

Nicht übergehen wollen wir aber den Fakt, dass die Erbengemeinschaft während der laufenden Verhandlungen über eine Nutzung des Geländes für "stilles Gewerbe" dort ohne Absprache, Information und Genehmigung (sofern die erforderlich ist) die Errichtung einer Betonmischanlage für den Autobahnbau ermöglicht hat.

Dort, wo ursprünglich mal Mickey-Mouse die (Mehrow-)Disneyland-Besucher begrüßen oder nach letzten Planungen kleine Pferdchen friedlich hoppeln sollten, sind jetzt große Flächen unter Beton begraben und mit lärmenden Mischanlagen bestückt worden.

Laut Amt und Gemeindevertretung ist das zulässig und (so wurde auf Anfrage explizit bestätigt): Jeder andere im Ort kann sich auch ohne Anfrage und Genehmigung (!) solch feines Ding in den Garten stellen lassen. Ob da täglich oder vielmehr nächtlich im Minutenabstand 30...40-Tonner mit Zement und Kies zur Belieferung der Anlage durch den Ort donnern oder nicht, ist belanglos - dafür sind ja die Straßen da.

Aber, um die (leider wenigen) empörten Sitzungsgäste zu beruhigen: Man will gelegentlich mal die Autobahnbauer einladen und darum bitten, dass die ganz langsam und leise durch den Ort fahren ...

Übrigens, eigentlich sollte das ja nur von kurzer Dauer sein, aber die Autobahner haben jetzt solchen Gefallen an dem hübsch umzäunten KIM-Gelände und den so nett mit Einfamilienhäusern bestandenen Zufahrtsstraßen gefunden, dass sie da wohl noch bis 2004 und darüber hinaus Beton mischen wollen (statt Pferdchen hoppeln zu lassen) und bis dahin durch Mehrow donnern werden, sofern die Straßen so lange mitmachen.

Einen Trost gibt's aber: Man (die Gemeindevertretung) will da mal bei den Autobahnbauern anfragen, ob die nicht eventuell das Bedürfnis haben, ein paar Euro beizusteuern, wenn wir dann später unsere Straßen (insbesondere den Krummenseer Weg) ausbessern müssen. Wohlgemerkt: anfragen, nicht etwa fordern - die könnten ja sonst verärgert sein.

Darum will man die Autobahnbauer (die leider mangels Kneipe und KONSUM selbst bei bestem Willen nicht einen Euro im Ort lassen können) auch nicht mit Überlegungen behelligen, ob man die Beton-Zutaten für die Autobahn nicht auch über die Autobahn anliefern könnte ... Keiner weiß es genau, aber dafür müsste vielleicht eine Behelfsauffahrt errichtet werden und das will man den Autobahnbauern nun wirklich nicht aufbürden ... Wo sollten die den Beton für eine solche Auffahrt hernehmen ?

Auf der Hauptausschuss-Sitzung am 22.10.2002 konnte bezüglich der Straßenverbindung nach Trappenfelde immer noch nichts Befriedigendes berichtet werden. Aber jetzt zeichnet sich ab, dass man wirklich mal dem arg strapazierten Wort "Ultimatum" den zugehörigen Wortsinn verleihen will. An die Anwälte der Helldorff-Erben ist ja noch mal das Ultimatum ergangen, bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 7.11.2002 einen unterschriftsreifen Vertrag vorzulegen. Nun scheint die Gemeindevertretung aber entschlossen zu sein, bei einem erneutem Verstreichen des Termins wie angedroht die bisher bestehenden Vereinbarungen zu kündigen.

Das hieße, dass die Helldorff-Erben ihre Bebauungspläne ad acta legen müssten. Die Gemeinde käme dann zwar nicht auf "friedlichem Wege" zu der angestrebten und dringend erforderlichen direkten Straßenverbindung von Mehrow nach Trappenfelde, könnte aber ein entsprechendes Klageverfahren mit dem Ziel der Zwangsenteignung der letzten paar, auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes liegenden Meter Straße einleiten.

Und vieles spricht dafür, daß ein solches Verfahren schneller und sicherer zum Erfolg führt, als ein Warten darauf, daß das endlose Pokern zum Erfolg führt.
Nun wird es endlich spannend...



Wer da glaubt, in Sachen "KIM-Gelände / Helldorff-Erben" bewegt sich nichts, der irrt:
Es gab auf der Gemeindevertretersitzung vom 7.11.2002 bemerkenswerte Neuigkeiten:
  • das Wort "Ultimatum" wurde aus dem Vokabular gestrichen,
  • die Maßeinheit "Letzte Frist" wurde neu definiert und von einem Monat auf drei Monate verlängert und
  • besagte "Letzte Frist" wurde gleich noch mal zur Anwendung gebracht.

Neu war auch, dass man in unserem bescheidenen Dorf nach langer Zeit auch mal wieder leibhaftige Rechtsanwälte zu sehen bekommen hat, die sich aber teilweise im Auftreten nicht von Versicherungsvertretern unterschieden.

Wer hat es nicht schon mal so oder ähnlich erlebt: Man will eigentlich nur eine Autoversicherung abschließen und statt dessen versucht der ins Haus gekommene Vertreter einem diverse Lebens-, Unfall-, Sturm-, Hagel- und Sonnenschein-Versicherungen aufzuschwatzen.

Ähnlich hier: Etwa im Juli hat die Gemeinde mit anwaltlichen Schreiben den Helldorff-Erben klar gemacht, dass sie keine Grundpfandrechte als Sicherheiten für die Erschließung des ehemaligen KIM-Geländes akzeptieren kann. Nachfolgend sind die Helldorff-Erben, immer wieder aufgefordert worden, unter dieser Prämisse einen unterschriftsreifen Vertrag vorzulegen - jeweils verbunden mit einem Ultimatum, das bekanntermaßen aber immer wieder verlängert wurde.

Nun zeichnete sich in der Gemeindevertretung die Einsicht ab, dass es der Ultimaten genug sei und am 7. November tatsächlich mal "der Hammer fallen" muss, wenn dann kein Vertrag vorliegt.

Ein Vertrag lag natürlich bei der Gemeindevertretersitzung am 7.11.2002 nicht vor, dafür hatte aber die breite Mehrower Öffentlichkeit (3 Gäste ...) die Möglichkeit, sich vom Helldorff-Anwalt den Reiz und unglaublichen Wert des KIM-Geländes eindrucksvoll deutlich machen zu lassen.

Statt die seit mindestens einem halben Jahr bestehende Forderung nach Beibringung praktisch verwertbarer Sicherheiten zu akzeptieren, hielt uns der Helldorff-Anwalt einen Vortrag darüber, wie unvernünftig wir sind, weil wir den wüsten Acker nicht als Sicherheit akzeptieren, obwohl doch die Interessenten dafür so Schlange stehen.

Unser (vom Amt bestellter) Anwalt hat daraufhin deutlich gemacht, dass der von den Helldorff-Erben genannte Grundstückswert nicht prinzipiell in Abrede gestellt wird, aber eine Grundpfandsicherung abgelehnt werden muß, da sie gegebenenfalls nicht oder zumindest nicht kurzfristig verwertbar ist.

Zum Hintergrund: Sobald die Gemeinde dem B-Plan für das Gelände zustimmt, können dafür Baugenehmigungen erteilt bzw. Bauanzeigen akzeptiert werden. Die Bauherren können dann vom Investor eine Erschließung des Geländes fordern. Ist der nicht willens oder fähig, die Erschließung durchzuführen, ist die Gemeinde in der Pflicht. Dagegen versucht sich die Gemeinde abzusichern, indem sie vom Investor, in diesem Falle von den Helldorff-Erben, entsprechende Sicherheiten fordert.

Liegen solche Sicherheiten, wie von der Gemeinde gefordert, als Bankbürgschaften oder in vergleichbarer Form vor, ist das Risiko minimal, da solche Sicherheiten sofort "gezogen" und damit kurzfristig entstehende Erschließungskosten abgedeckt werden können.

Im Falle von Grundpfandrechten fließt hingegen, wenn die Gemeinde für den Investor einspringen muss, erst dann Geld, wenn der Rechtsweg erfolgreich durchkämpft wurde und die gegebenenfalls der Gemeinde zufallenden Grundstücke verkauft werden können. Die Gemeinde müsste also die Erschließungskosten erst einmal für Jahre vorschießen.

Nehmen wir mal ein ganz einfaches Szenario: Die Gemeinde lässt sich auf Grundpfandrechte ein und verabschiedet den B-Plan. Morgen steht jemand vor der Tür, der von den Helldorffs mitten auf dem KIM-Gelände ein Grundstück gekauft hat und dort bauen will. Natürlich braucht der Straße, Wasser, Abwasser usw. Dafür ist der Investor zuständig - für nur ein verkauftes Grundstück will oder kann der das aber vielleicht nicht leisten. Bleibt die Gemeinde: Für ein einzelnes Haus auf freiem Acker zahlt sie (und damit letztlich wir) möglicherweise Hunderttausende an Erschließungskosten für einen Kilometer oder mehr Straße und Rohre.

Nach langwierigem Rechtsstreit bekommt sie dann vielleicht die verpfändeten Grundstücke - die sind aber allein nicht mehr wert als das Papier im Grundbuch, denn Geld bekommt man für das Pfandrecht ja erst, wenn die Grundstücke verkauft werden können und Geld fließt.

Nach Ansicht des Helldorff-Anwalts sind die als Pfand angeboten Grundstücke so wertvoll und begehrt, dass es gar kein Problem wäre, sie im Bedarfsfalle zu veräußern - da stellt sich doch unwillkürlich die Frage, warum nicht die Helldorffs einfach zur Bank gehen und sich mit den Grundstücken als Pfand die von der Gemeinde geforderte Bürgschaft geben lassen ...

Also, der Helldorff-Anwalt war völlig erschüttert, dass die Gemeinde trotz seiner Anpreisung nicht auf das großzügige Angebot der Grundpfandrechte eíngehen wollte. Er war (so hat er versucht, glaubhaft zu machen) wie seine Mandantschaft davon ausgegangen, dass die Gemeinde nur deswegen Bankbürgschaften oder ähnliches fordert, weil sie nicht wusste, was er denn feines zu bieten hat.
(Es wäre allerdings auch ein halbes Jahr Zeit gewesen, mal nachzufragen ...)
Wir wohnen hier zwar am A... der Welt, aber nicht hinterm Mond! Und wir hatten hier in der Gemeinde schon reichlich sogenannte Investoren, die nicht konnten oder wollten ...

Der Anwalt zeigte sich dann aber versöhnlich: Wenn es denn so ist, dass die Gemeinde es mit den Bürgschaften wirklich ernst meint, dann muss seine Mandantschaft darüber mal nachdenken. Wenn das passiert ist, muss in Anbetracht der völlig neuen Situation erst einmal eine Gesellschafterversammlung der Erbengemeinschaft einberufen werden. Und das geht nicht von heute auf morgen ... "Gut Ding will Weile haben."

Also, mit 1*Letzte Frist ist da nichts zu machen, da werden schon 3*Letzte Frist gebraucht - da das aber so blöd klingt, hat man halt wie oben ausgeführt, ganz spontan die Zeiteinheit "Letzte Frist" auf ein viertel Jahr ausgedehnt - im Februar geht's dann also weiter.

Da wird dann wieder ein Anwalt kommen und ganz erstaunt fragen "Ach einen Vertrag wollten Sie ? Ich dachte, wir wollten uns darüber unterhalten, welches Stück Acker Sie als Pfand haben wollen ..." So, oder ähnlich: Dass im Februar eine unterschriftsreifer Vertrag vorliegt, ist wohl ziemlich ausgeschlossen. Wetten, dass ?

Schade, dass es vor diesem Hintergrund wieder eine (diesmal allerdings ziemlich knappe) Mehrheit für einen erneuten Aufschub gab.




Da das Thema "KIM-Gelände/Helldorff-Erben" bis Anfang Februar auf Eis liegt, gab's auf der Gemeindevertretersitzung am 5. Dezember 2002 nicht so furchtbar viel Aufregendes.
Der Bürgermeister hat u.a. folgende Informationen gegeben:
  • Des Festkomitee zur 675-Jahr-Feier hat die Endabrechnung eingereicht und bittet um Entlastung. Die Netto-Aufwendungen für die Festwoche sind übrigens deutlich unter den dem gesetzten Limit geblieben.

  • Der Arbeitskreis Dorferneuerung ist aktiv und hat u.a. die Mühle in Fredersdorf besichtigt, um Ideen zu entwickeln, was man aus unsere Mühle machen kann, die ja bekanntlich Gemeindeeigentum ist und unter Denkmalschutz steht. Dem Dezember-Amtsblatt wird ein Fragebogen beiliegen, auf dem die Mehrower Bürger Ideen und konkrete Vorschläge für die künftige Gestaltung unseres Dorfes abgeben können.

  • Der Wasser- und Abwasserverband wird bei der Abwassererschließung künftig das "Domino"-Prinzip anwenden. D.h. wenn jemand einen bereits angeschlossenen Nachbarn hat, wird er auch angeschlossen. Gibt jedoch zwischen ihm und den bereits angeschlossenen Grundstücken Anlieger, die sich nicht anschließen lassen wollen, bleibt er auf seiner Grube sitzen. Da aber vorgesehen ist, ab 2004 die Kosten für zentrale und dezentrale Entsorgung anzugleichen, wird ihn das aber nicht viel ausmachen.

  • Es gab zwischenzeitlich eine Zusammenkunft zwischen der Busgesellschaft, dem VBB, dem Ordnungsamtes und den Bürgermeister von Lindenberg, Eiche und Mehrow. Ziel unsererseits war es, einige der von Ahrensfelde nach Eiche verkehrenden Busse nach Mehrow umzuleiten. Die Eicher haben da jedoch nicht wie erhofft mitgespielt. Der VBB hat aber überraschenderweise angekündigt, den Einsatz eines Kleinbusses oder eines sogenannten Rufbusses (na, das wär doch was!) nach Eiche und Mehrow in Betracht zu ziehen und damit zumindest an bestimmten Wochentagen eine Verbindung von Mehrow nach Ahrensfelde anzubieten.

  • Am 15. Januar wird der Neujahrsempfang des Amtsdirektors stattfinden, zu dem u.a. die Gewerbetreibenden des Ortes eingeladen werden.

Herr Dr. Jakobs hat darüber informiert, daß wir mit unserem Förderantrag über 37.000 Euro für den Fußweg entlang der Dorfstraße zum Friedhof auf der Förderliste des Kreises stehen, allerdings an letzter Stelle von insgesamt ca. 18. Es besteht damit durchaus die Gefahr, daß wir im Zuge der allgegenwärtigen Sparmaßnahmen "runterrutschen".

In der Bürgersprechstunde wurde der Müllhaufen angesprochen, der sich nahe der Recycling-Container entwickelt - da, wo zum Jahresanfang mit viel Aufwand alte Schuppen abgerissen und Unmengen Gerümpel entsorgt worden. Der Bürgermeister gab sich zuversichtlich, daß der Müllhaufen nur eine vorüber gehende Begleiterscheinung eines Umzuges aus dem Wohnhaus an der Mühle ist und von den Mietern entsorgt wird. Na, schau'n wir mal ...

Herr Rahlf hat auf bittende Anfrage aus dem Publikum zugesichert, daß die Feuerwehr auch in diesem Jahr über Weihnachten nachts die Dorfkirche anstrahlen wird, wenn wieder seitens der Kirchengemeinde der Stromanschluß zur Verfügung gestellt wird.
Das wäre doch wirklich schön. Ich glaube, im vorigen Jahr hat es jeder genossen, beim abendlichen Einrücken nach Mehrow das Kirchlein angestrahlt vorzufinden.

Im öffentlichen Sitzungsteil ging es dann u.a. um die Bemühungen, gemeindeeigene Wohnhäuser zu veräußern, da die zunehmend zu einem Klotz am Bein werden. Die jährlichen Aufwendungen für die Mietshäuser betragen derzeit 19.000 Euro - etwa genau so viel, wie die Mieteinnahmen. Während früher noch richtig Überschuß erwirtschaftet werden konnte, liegt der nunmehr bei 100 Euro - und es ist abzusehen, daß es bald in die Minus-Zone geht.

Bezüglich der derzeit im Ort beschäftigten ABM-Kräfte hat der Bürgermeister abschließend noch informiert, daß diese nicht nur den Gehweg am Dorfteich erneuern, sondern bei geeigneter Witterung auch hinter der Arztpraxis einen Parkplatz und auf dem Friedhof ein Urnenfeld für anonyme Bestattungen anlegen werden.



Benedikt Eckelt (webmaster@mehrow.de)

Anmerkung: Wie immer handelt es sich hierbei um subjektive Wahrnehmungen aus der Zuschauerreihe, die unverbindlich und ohne Gewähr sind!