Im Nachlaß von Frau Bothe, unserer letzten Gutsbesitzerin, sind wir auf eine Postkarte von Mehrow gestoßen, die wir hier präsentieren wollen.

Leider konnten wir bisher noch nicht ermitteln, von wann diese Karte stammt. Sie ist unbenutzt, trägt also weder Marke noch Stempel und ein Druckdatum ist auf der Karte nicht zu finden. Nur der Verlag ist angegeben: "Wilhelm Meyer, Neukölln, Treptower Str. 13".
Daraus, daß nur "Neukölln" und nicht "Berlin-Neukölln" als Verlagsadresse angegeben ist, könnte man schließen, daß sie vor der Eingemeindung der Stadt (!) Neukölln nach "Groß-Berlin" am 1. Oktober 1920 gedruckt wurde. Aber vielleicht war der Drucker auch nur ein Lokalpatriot und hat den alten Ortsnamen weiter benutzt, so wie (verständlicherweise) manche Mehrower sich noch nicht dazu durchringen konnten. "Ahrensfelde" als Adresse anzugeben. Also, wenn wir sagen, die Karte stammt etwa von 1920, liegen wir vielleicht nicht ganz falsch.

Der "Gruss aus Mehrow b. Ahrensfelde" enthält zwei Aufnahmen, die (von Hönow kommend) von der Dorfstraße aus gemacht wurden.

Die erste zeigt das "Geschäftshaus Fritz Pose" (jetzt Dorfstraße 21) am Anfang der Dorfstraße, in dem später von "Bolle" Meißner ein Lebensmittelladen betrieben wurde und wo sich zuletzt der Dorfkonsum befand. Die in der Zwischenzeit weiter nach links versetzte Eingangstür und Freitreppe weisen das Haus jetzt noch als ehemaliges Geschäftshaus aus.

Dahinter der Flachbau (jetzt Dorfstraße 20) ist eines der Landarbeiterhäuser, von denen wir noch nicht wissen, wann sie von wem gebaut wurden.

Beim Heran-Zoomen kann man über der Tür den Schriftzug "Kolonialwaren Fritz Pose" erkennen. Das Grab von Fritz Pose (16.8.1897 bis 12.11.1936) findet sich übrigens noch auf dem alten Friedhof neben der Dorfkirche.

Das "Geschäftshaus Fritz Pose" hat zwar in den letzten Jahren sein tristes Grau in leuchtendes Weis gewandelt, aber so richtig schmückend ist die Straßenfront mit den stets heruntergelassenen grünen Rolläden trotzdem nicht. Schade, daß sich keiner mehr traut, in Mehrow einen Laden zu eröffnen, nachdem der gegenüber liegende "Mehrower Mini-Markt" nach nur einem Jahr Betrieb wieder aufgegeben hat.

Die andere Aufnahme zeigt "Kirche u. Gut", von der Stelle aufgenommen, wo die Dorfstraße ihren Bogen um die Kirche beginnt. Geradezu ist die auf einem kleinen Hügel stehende Dorfkirche zu sehen und links das Gutshaus, das seinerzeit auch gern als "Schloß" bezeichnet wurde. Der Garten vor dem Schloß ist mit einem hell gestrichenen Zaun umgeben - so wie wir es auf Bildern von 1919/20 schon gesehen haben.

Dort, wo das Gartentor ist, befindet sich jetzt der Zugang zur leider stillgelegten Gaststätte.

Die früher verglaste Veranda mit darauf befindlichem Balkon ist jetzt nur noch eine Überdachung des ehemaligen Gaststätteneingangs.

Bemerkenswerterweise ist auf dem alten Foto noch ein kräftiger Laubbaum an jener Stelle vor dem Schloß zu sehen, wo jetzt der riesige, zu Weihnachten festlich geschmückte Tannenbaum steht.