Dass auch bei der Gemeindevertretersitzung am 4.4.2002 eine Fraktion komplett fehlte, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, da dies ja inzwischen Dauerzustand ist. Das hat zwar wieder dazu geführt, dass öffentlicher und nicht-öffentlicher Teil zusammen in einer Stunde abgehandelt waren, aber schade ist es doch, da konträre Meinungen zu verschiedenen Themen nicht nur den Zuschauern etwas mehr Spannung bieten, sondern auch dem Ort durchaus dienlich sein können. Und die Bürger, die den Mitgliedern der scheinbar "abgesprungenen" Fraktion seinerzeit ihre Stimme gegeben haben, fühlen sich vermutlich verschaukelt - und das völlig zu recht: Da wählt man einen Gemeindevertreter und der kommt zu keiner Sitzung mehr, weil er sich auf den Schlips getreten fühlt. Da hätte man sich seinerzeit den Weg zur Wahlurne sparen können.

Anmerkung: Wir benutzen vielfach ziemlich oberflächlich die Bezeichnung "Gemeinderat", obwohl "Gemeindevertretung" korrekt wäre. Heute macht das keinen Unterschied, da es nur eine Vertretung im Ort gibt, und jeder weiß, was gemeint ist. Vor der Wende gab es aber sowohl einen Gemeinderat (bestehend aus einem hauptamtlichen Bürgermeister und ca. drei weiteren Gemeinderatsmitgliedern) und eine Gemeinde- oder Volks-Vertretung mit i.d.R. mehr als zehn Gemeindevertretern. Beide Gremien haben normalerweise getrennte Sitzungen abgehalten, weshalb sich in den im Kreisarchiv befindlichen Gemeindeakten abwechselnd Gemeinderats- und Gemeindevertretungs-Protokolle anfinden.

Das wichtigste Thema kam gleich zum Anfang zur Sprache. Der Bürgermeister informierte (wie bereits zwei Wochen zuvor in der Hauptausschuss-Sitzung), dass es nunmehr ein kostenmäßig akzeptables Angebot für die Verlängerung der Buslinie von Hönow Nord nach Mehrow gibt. Ein vom Kreis mit der Kalkulation beauftragtes privates Unternehmen schätzt die Kosten nur halb so hoch ein, wie die Busgesellschaft (15.000 statt 30.000 Euro jährlich) und da das Land die Hälfte dazu gibt, entfallen auf Mehrow nur noch jährliche Kosten in Höhe von 7.500 Euro, die man sich leisten kann und will.

Letzteres haben die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen. Damit wird ab September die neue Busverbindung Realität sein. Geplant ist werktags eine stündliche (14 * am Tag) und an Wochenenden und Feiertagen eine zweistündige Verbindung (6 * am Tag) von Mehrow über Hönow (U-Bahn) und Birkenstein (S-Bahn) nach Dahlwitz-Hoppegarten. Über den konkreten Takt ist noch zu verhandeln. Gedacht ist daran, im Berufsverkehr den Takt auf 30 Minuten zu verkürzen und dafür über die Mittagszeit auf 120 Minuten zu erweitern - etwa so, wie der Bus derzeit zwischen Hönow und Hönow Nord verkehrt.

Na, da wird sich schon eine vernünftige Lösung finden. Die Bürger sind übrigens aufgerufen, ihre Vorstellungen und Wünsche kund zu geben - das kann man persönlich bei seinem "Gemeindevertreter" tun (wenn dieser einen wirklich vertritt), auf der nächsten Sitzung (2.5.) selbst übernehmen, oder per eMail an webmaster@mehrow.de erledigen.

Außerdem informierte der Bürgermeister über folgende Punkte:
  • Die Kriterien der "freiwilligen" Gemeindefusion sind durch uns eingehalten worden.
    Wir haben alle Belege, Genehmigungen und Anträge fristgerecht eingebracht und können deshalb mit dem "Kopfgeld" von 150 Euro je Einwohner rechnen.
  • Der Generalentwässerungsplan des Wasserverbandes Strausberg/Erkner für 2002-2005 sieht keine neuen Anschlüsse vor. Angeblich sind jetzt 82% der Mehrower Grundstücke an das Abwassernetz angeschlossen und nur am Krummenseer Weg und an der Trappenfelder Straße gibt es noch Grundstücke mit eigener Klärgrube. Es muss also (wenn's richtig verstanden wurde) niemand mit einem kostspieligen Zwangsanschluss rechnen. Es gilt statt dessen das sogenannte "Domino-Prinzip": Wenn jemand einen bereits angeschlossenen Nachbarn hat, kann er sich selbst auch vergleichsweise preiswert anschließen lassen.
  • Der Friedhof bekommt, wie bei der Sitzung am 7.3.2002 angekündigt, alsbald einen Wasseranschluss: Zur Überbrückung wird Herr Berg aber die Pumpe auf dem Friedhof noch einmal reparieren.
  • Der Ausbau des Hönower Weges in Trappenfelde ist genehmigt worden. Es gibt also Fördermittel für den Bau einer ordentlichen Straße.
  • Die Vorbereitungen zur Erhaltung bzw. Renovierung des Hauses Dorfstraße 8 (Arztpraxis) laufen planmäßig.
  • Die Projektierung eines Fußweges vom Reiterhof Klopsteg (Gabelung Dorfstraße / Straße am Dorfteich am südlichen Ende des Dorfes) bis zur Robert-Stock-Straße ist wie angekündigt in Auftrag gegeben worden. Damit wird es dann hoffentlich bald die Möglichkeit geben, trockenen und halbwegs sicheren Fußes das Dorf zu umwandern ...


In der Bürgerfragestunde kamen folgende Probleme zur Sprache:

1. Straßenwinterdienst
Ein Bürger beanstandete, daß der Straßenwinterdienst in der letzten Saison mangelhaft gewesen sei. Andere sahen das nicht so und verwiesen darauf, dass die ausführende Firma bei konkreten und kurzfristigen Reklamationen immer sofort Abhilfe geschaffen hat. Seitens des Bürgermeisters wurde deshalb appelliert, künftig ausbleibende oder mangelhafte Leistungen des Straßenwinterdienstes unverzüglich zu reklamieren, statt Monate später ein pauschales Urteil abzugeben.

2. Straße Mehrow - Trappenfelde
Wenn man dem Bürgermeister mal eine Spitze geben und ihn an seiner empfindlichsten Stelle treffen will, empfiehlt sich immer wieder die Frage bzgl. der Straße nach Trappenfelde. Genervte Antwort diesmal: Ja, das Ultimatum "Ende März" ist verstrichen, aber auf Seiten der Helldorf-Erben rührt sich was - Es gibt ein Projekt und der Erschließungsvertrag ist in Arbeit. 

Nächstes Ultimatum: Vorlage eines unterschriftsreifen Erschließungsvertrages bis zum 30. Juni diesen Jahres. Na, da gibt's bestimmt noch ein paar Stufen auf der bürokratischen Leiter, die man mit einem Ultimatum versehen kann ...
Nach dem Wohlbefinden der Kröten am Walzenweg hat sich übrigens hinterher keiner mehr getraut zu fragen (siehe Sitzung vom 7.2.2002).

3. Baumschnitt
Ein Bürger hat darauf hingewiesen, daß ein Baum vor seinem Grundstück am Krummenseer Weg unterhöhlt sei und umgehend gefällt werden müßte. Seitens der Gemeindevertreter wurde darauf verwiesen, daß dies nicht so einfach möglich wäre. Es gäbe regelmäßige Baumschauen, auf denen über Fortbestand oder Fällung entschieden würde. Das im Entscheidungsspielraum der Gemeinde liegende Fällen wegen "Gefahr in Verzug" sei in der Vergangenheit schon ziemlich strapaziert worden. Aus der Zuschauerreihe kam auch die Bitte und Empfehlung, mit Baumfällungen sehr zurückhaltend umzugehen, zumal die o.g. Straße mittlerweile die einzige im Ortsbereich ist, die beiderseits noch einen halbwegs lückenlosen alten Baumbestand aufweist.


Bei dieser Gelegenheit wurde von einem Gast darauf verwiesen, dass der vor ca. 2 Wochen gefällte Baum vor der Dorfstraße 17 (Bree) zumindest für einen Laien an den Schnittsellen keinesfalls so krank aussieht, als dass er hätte gefällt werden müssen.

Es wäre wünschenswert, dass neben der angeblich so peniblen Auswahl zu fällender Bäume auch hinterher eine Kontrolle der gefällten Bäume stattfindet, um zu sehen, ob die Säge auch am richtigen Stamm angesetzt wurde. Es gab auch schon Ärzte, die das falsche Bein amputiert haben ... Es würde uns freuen, wenn sich das Bau- und/oder Ordnungsamt der Sache annehmen und dem Straßenbauamt auf die Finger schauen würde...


4. Schrottauto am Dorfteich
Ein Gemeindevertreter hat beim Bürgermeister angefragt, wann denn endlich das Schrottauto verschwindet, das seit einiger Zeit vor den Garagen in der Straße "Am Dorfteich" steht: Herr Lüdke gab Auskunft, dass er schon vier Mal das Ordnungsamt aufgefordert hat, das Wrack zu beseitigen und dass er dies nun noch einmal tun werde.

Benedikt Eckelt (webmaster@mehrow.de)

Anmerkung: Wie immer handelt es sich hierbei um subjektive Wahrnehmungen aus der Zuschauerreihe, die unverbindlich und ohne Gewähr sind!
Berichte vorangegangener Gemeindevertretersitzungen finden Sie im Archiv.